unterwegs


Christoph Lingg

17. 5. 2009 – 13. 6. 2009

Seit über einem Jahr handelt anika mit künstlerischer Fotografie und freut sich, nun einen eigenen Schauraum am Yppenplatz im Ottakringer Brunnenviertel zu eröffnen. In regelmäßigen Abständen zeigen wir hier Verkaufsausstellungen der Künstlerinnen und Künstler, mit denen wir zusammenarbeiten.

Zu Beginn wird Christoph Linggs Fotoserie unterwegs präsentiert: Momente ausgedehnter Reisen, betextet mit Haikus der Lyrikerin Friederike Mayröcker

Christoph Lingg ist viel unterwegs. Er ist jemand, der Projekte über eine lange Zeit hinweg entwickelt, organisiert, schließlich verwirklicht, und dessen Geduldspanne für die damit einhergehenden Strapazen allemal langt. Egal, ob es sich dabei um das Warten auf Visa oder vorbeiziehende Nomadenstämme handelt. Wenn Lingg auf Reisen geht, dann manchmal nur bis vor die Haustür („Plakativ“, 2009), aber fast häufiger in den angrenzenden bis fernen Osten. Er dokumentiert dabei sterbende Industrieareale zwischen der ehemaligen DDR und China („Stillgelegt“, 2003-2006) und produziert dazu ein aufwändiges Buch. Bindung, die Bearbeitung des rostigen Metalleinbands, Verlag – alles in Eigenregie. Oder er begibt sich auf die Spuren asiatischer Völker, von denen der Durchschnittswestler bisher kaum gehört hat.
Je nach Fokussierung auf das gerade laufende Projekt kann es vorkommen, dass peripher ein besonderer Moment, eine spezielle Stimmung den Fotografen innehalten und gleich darauf den Auslöser drücken lässt. So entstand zwischen 2003 und 2009 die Serie „unterwegs“. Eines von Linggs Lieblingsbildern ist ein Mann im Anzug, in die Kamera blickend und sehr aufrecht vor einem dunstigen Waldrand stehend. Er gehört dem Stamm der Yao an, einer Minderheit in China. Sein Dorf liegt abgelegen in einer Art Sackgasse nahe der vietnamesischen Grenze, und doch kommen in Anbetracht dieses Bildes Reminiszenzen an die aufwändig gemalten Hintergründe in den Fotografiestudios des 19. Jahrhunderts auf.
Die Motive von „unterwegs“ wollen mit Muße betrachtet werden. Zur meist meditativen Bildstimmung tragen die Haikus von Friederike Mayröcker bei. Christoph Lingg, ein leidenschaftlicher Kombinierer von Bild und Zusatzelementen wie Klang oder eben Text, schätzt die Zusammenarbeit mit der österreichischen Lyrikerin sehr: „Ihre Texte nehmen einem beim Betrachten der Bilder die Worte aus dem Mund.“

Eröffnung: 16. Mai 2009, 17.00 - 22.00 Uhr

Öffnungszeiten während Soho in Ottakring:

Fr 22.05. 11.00 - 17.00 Uhr
Sa 23.05. 11.00 - 14.00 Uhr
Do 28., Fr. 29.05. 11.00 - 17.00 Uhr
Sa 30.05. 11.00 - 14.00 Uhr